29-Epitaph

Foto des Steines

In typisch barocker Weise erzählt dieser Gedenkstein wortreich und in hoher Wertschätzung von der 20 jährigen Sabina Dorothea Catharina Lutterod aus Wolmirsleben. Die Hinterbliebenen erinnern die „Tugendgelobte“ als „unschätzbares Kleinod“, deren „heller Glantz“ nach ihrem Tod weiter strahlt. Sie war die Ehefrau des Johann Andreas Lutterod, der zunächst Erzieher, Senior und Prokurator im Kloster Unser Lieben Frauen und von 1732-1771 Pfarrer an St. Gertraud in Salbke war. Im oberen Bereich des Grabsteins, zum Himmel ausgerichtet, bilden die Engel mit der Himmelskrone ein Gleichnis für die besondere Tugenden und als Symbol des Ortes ewiger Gerechtigkeit im Himmel, den Text: „Er hat sie ihrem Herrn zum Schmucke bringen müßen, der hat dies Kleinod gleich in seine Krone gesetzt. So hoch hat Gottes Lamm die reine Person geschätzt.“ Der Text ist ein Hymnus des hinterbliebenen Ehemannes auf seine Frau, der mit der Anbringung des Epitaphs am Chorhaupt als besonderem Ort seine Trauer, aber auch seinen eigenen Rang bzw. seinen Stand ausdrückt. Unten, zur Erde weisend, deuten Totenkopf und Stundenglas als weltliche Symbole auf die Vergänglichkeit alles Irdischen hin.

Objektnummer: 318

Ev. Kirche St. Gertraud, 20-jährige Pfarrfrau Sabina D. C. Lutterod, Ehemann war Pfarrer in St. Gertraud 1732-1771, Sandstein, 1733, Barock