27-Grabstein

Foto des Steines

Der Grabstein erinnert an Fritz Nimmich, der im 2. Weltkrieg als Flugzeugführer im Nachtjagdgeschwaders 300 tätig war und der dabei ums Leben kam. Nimmich steht für Millionen von verführten und für den Krieg instrumentalisierten jungen Deutschen. Das Wort „gef.(allen)“ ist nur die halbe Wahrheit, so wie auch die Formulierung in der Todesannonce „vom Feindflug nicht zurückgekehrt“ eine Verharmlosung bedeutete. Der Todesort „Herrenberg“, 30 km südwestlich von Stuttgart, war ein durch KZ-Häftlinge ausgebauter Nachtflugplatz, von dem die Bombardements auf London geflogen wurden. Auch am 15. März 1944, dem Todesdatum des gerade 30jährigen, flogen deutsche Kampfflugzeuge spätabends Ziele um London an. Dabei wurde Fritz Nimmich abgeschossen. Bereits im Mai 1933 wurde in Deutschland über Bombenangriffe nachgedacht. 1937 bombardierte die deutsche Luftwaffe Guernica in Spanien – ehe Mitte 1940 die ersten britischen Luftangriffe auf Deutschland erfolgen, die schließlich auch Magdeburg in 43 Bombardements zerstören. Der Grabstein Fritz Nimmichs ist daher in engster Beziehung zu dem Grabstein von Rolf und Elisabeth Tränkel zu sehen (Objekt 68, Lebenswege 31).

Objektnummer: 73

Ev. Neuer Sudenburger Friedhof, Naturstein, 1944