23-Gedenktafel

Foto des Steines

Ein anonymes Foto von 1946 zeigt die „Trauernde Magdeburg“, die personifizierte Trauer über Magdeburgs Auslöschung 1631 und Mahnung vor jedweder Zerstörung, in der Kirche St. Johannis, inmitten der Trümmer nach dem Bombenangriff vom 16. Januar 1945. Dieses Foto, das die Skulptur in dem dachlosen Kirchenschiff zeigt, liegt unserem Relief aus Betonguss zugrunde, das vermutlich als Gesellenstück in den 1950er Jashren entstand. Herkunft und Bestimmungsort sind bislang unbekannt. Ernst Rietschels „Trauernde Magdeburg“, ein Zweitguss der Figur vom Wormser Luther-Denkmal (1868 enthüllt), war ursprünglich für den „Magdeburger Saal“ des 1907 errichteten Kaiser-Friedrich-Museums bestimmt. 1924 kam sie in die spätgotische Vorhalle der St. Johanniskirche. Im II. Weltkrieg blieb die Plastik unversehrt, obwohl die Kirche fast völlig zerstört wurde. Die historische Fotografie ließ sie zu einem Symbol der Zerstörung der Stadt und der Friedenssehnsucht werden. Danach wurde sie im Hof des Museums deponiert und fristete 45 Jahre zwischen Kisten und Kohlenbergen ein würdeloses Dasein, ehe sie auch aufgrund von Bürgerprotesten wieder in der St. Johanniskirche aufgestellt wurde. Indem das Betonrelief die Fotografie zitiert, führt sie das symbolhafte Bildmotiv konstruktiv fort.

Objektnummer: 285

Herkunft unbekannt, Motiv „Trauernde Magdeburg“ in der im II. Weltkrieg zerstörten Johanniskirche, Betonguß, Mitte 20. Jh.