1-Allegorie

Foto des Steines

Die „Schifffahrt“ gehört zu einer Gruppe von vier allegorischen Darstellungen, die der junge und erfolgreiche Berliner Bildhauers Emil Hundrieser (1846 -1911) für die 1879-82 errichtete Magdeburger Zollbrücke schuf. Ende der 1990er Jahre mussten sie aus restauratorischen Gründen abgenommen werden; 2006/07 wurden sie durch Kopien ersetzt. Neben der „Industrie“, interpretiert als Allegorie des Maschinenbaus, der „Landwirtschaft“ und dem „Handel“ gehört weiterer plastischer Schmuck zum künstlerischen Ausstattungsprogramm der Brücke. Alle Elemente beziehen sich auf die Geschichte und den Aufstieg der Elbestadt Magdeburg zu einer modernen Industrie- und Handelsstadt. An den Außenseiten der Brückenpfeiler verweisen Wappen der Städte Magdeburg, Hamburg, Altona, Brandenburg (Nordseite) und Leipzig, Dresden, Prag und Berlin (Südseite) auf die Hanse und weitere Handelsbeziehungen. Die Stirnseiten sind mit den Medaillons Merkurs, der antiken Gottheit des Handels, und eines Bischofs geschmückt, der an die die bedeutende Geschichte der Stadt als Bischofssitz erinnert. Sie werden von Najaden als mythischen Meer- bzw. Flusswesen flankiert. Alle Skulpturen sind aus Bad Schandauer Sandstein gefertigt. Emil Hundrieser war ein Schüler Rudolf Siemerings, lehrte an der Preußischen Akademie der Künste in Berlin und wurde 1905 Direktor des Rauch-Museums. Er schuf diverse Arbeiten für öffentliche Plätze und Gebäude.

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Allegorie der Schifffahrt

von Emil Hundrieser, ehemals Zollbrücke, Magdeburg durch eine Kopie ersetzt, Sandstein, 1882