Architektur

Die evangelische Kirche St. Gertraud ist ein einschiffiger Backsteinbau in neogotischen Formen mit quadratischem Westturm und stammt aus dem 19. Jahrhundert. Als der Ort Salbke 1826 niederbrannte, erfolgte der Wiederaufbau in städtischer Form. In der Nähe der Pfarrhofanlage und direkt an der Hauptstraße Alt Salbke wurde in den Jahren 1865 – 1866 die  Kirche St. Gertraud nach einem Entwurf des Berliner Architekten Friedrich August Stüler, einem Schüler Karl Friedrich Schinkels, neu errichtet.

Die Sanierung und die Umgestaltung zum Lapidarium erfolgte durch das Architekturbüro Dr. Ribbert Saalmann Dehmel Architekten BDA. Die Ausstellung wurde von Dr. Ribbert Saalmann Dehmel Architekten BDA in Zusammenarbeit mit Golan + Zareh Architekten, Berlin gestaltet.

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Mit der noch dem Klassizismus verpflichteten saalartigen Raumauffassung und den zurückhaltenden gotischen Konstruktions- und Zierelementen gilt die Kirche als bedeutendes Baudenkmal. Charakteristisch ist die von drei nach Westen gerichteten Spitzgiebeln überfangene Vorhalle. Über dem Mittelportal erhebt sich der kräftige von vier Fialen flankierte Turm, der in einem hohen Spitzhelm ausläuft.
Das weiträumige Innere prägen der verschalte Dachstuhl mit gotisierendem Holzhängewerk, die hölzerne Hufeisenempore und ein spitzbogiger Triumphbogen. Im Chor zeigt das Sternengewölbe eine sparsame Gliederung und lagert auf Runddiensten. Bemerkenswerte kirchliche Ausstattungsstücke sind eine barockisierende und eine neogotische Sandsteintaufe, der Orgelprospekt von 1866 sowie die Bronzeglocke im Turm aus dem Jahr 1456. Der Chor beherbergt drei von G. Grohs neu gestaltete Bleiglasfenster. Mit verwendet wurden historische Glasbilder von W. Ritterbach mit Szenen aus dem Neuen Testament.
In den Jahren 1928 – 1932 erfolgte eine Neuausmalung in der expressiven Farbigkeit des damaligen Zeitgeschmackes. Die jetzige Fassung des Innenraumes entstand in Anlehnung an die befundeten Farben aus dieser Zeit.
Vereinfachende Umbauten des Innenraumes erfolgten in den 1950-er Jahren, die Wände erhielten weiße Anstriche.
Schwere Bauschäden, vor allem im Dachbereich, zeigten sich zu Beginn des neuen Jahrtausends. Unter Leitung der Architekten Dr. Ribbert Saalmann Dehmel Architekten BDA aus Magdeburg erfolgte in den Jahren 2008 bis 2011 die umfassende Sanierung und Restaurierung der Kirche und die Umgestaltung zum Lapidarium.

Die Eröffnung des Lapidariums fand am 3. Juli 2011 statt. An diesem Tag wurde auch die Kirche St. Gertraud neu geweiht. St. Gertraud ist das Gotteshaus der evangelischen Kirchgemeinde in Salbke. Sie ist mit ihren reizvollen Proportionen und ihrem Ambiente als historische Stadtkirche auch die bauliche Mitte des Lapidariums und somit ein kulturelles Zentrum des Magdeburger Stadtteiles Südost.